SN 2003dh


 

© ESO, VLT+FORS

 


 

SN 2003dh

RA: 10 44 50,01 Dec: 21 31 17,80 (J2000)

 

 
Hypernova
Sternbild:    Leo (Löwe)
 
 
Rotverschiebung:            z= 0,1685
Entfernung:           2 Mrd. Lj
 
 
Durchmesser in arcmin:   -
Durchmesser:       -
 
 
Absolute Helligkeit:         - M
Scheinbare Helligkeit:     -
 
 
Entdeckt: 29.03.2003
HETE 2 (Satellit)
 
 
Teleskop: VLT 8,2m + FORS
Jahr: 2003
 

 
 
 
 
Das Bild wurde mit Bezug zum Aladin Sky Atlas nach Norden ausgerichtet.
Die Angaben entsprechen der Nasa-MAST- oder NED- Datenbasis. Ho=74,2
 
 
 
 
 
Bemerkungen zum Bild: SN 2003dh
Alternativname: GRB 030329

Am 29.03.2003 wurde vom High Energy Transient Explorer (HETE-II) der NASA ein heftiger Gammastrahlenblitz von 50 Sekunden Länge, im Sternbild Löwe registriert. Er erhielt die Bezeichnung GRB 030329 (Gamma Ray Burst vom 29.03.03) und später die Bezeichnung SN 2003dh. Nur 90 Minuten später konnte vom Siding Spring Observatorium in Australien und ebenfalls in Japan eine hell aufleuchtende Lichtquelle in der Region ausgemacht werden. Man geht davon aus, dass der Gammastrahlen-Blitz und die optische Lichtquelle von ein und dem gleichen Objekt ausgehen.

Innerhalb von 24 Stunden wurde mit dem KUEYEN VL-Teleskop der ESO auf dem Mont Paranal in Chile eine Spektralmessung des Lichtes vorgenommen und die Entfernung der Lichtquelle, bei einer Rotverschiebung von 0,1685, auf 2.650 Millionen Lichtjahre eingeschätzt.

Weitere Beobachtungen und Messungen während des folgenden Monats ergaben, dass es sich um das Licht einer heftigen Supernova handeln müsse, wobei der explodierte Stern mindestens 25 Sonnenmassen besaß. Die gemessene Ausbreitungsgeschwindigkeit des Gases betrug 30.000 km/s, was 10% der Lichtgeschwindigkeit entspricht, und die ermittelte abgegebene Energie lag weit im Bereich der Energiemengen die sich Astrophysiker, beim Ausbruch einer Hypernova-Explosion erwarten. Mit GRB 030329 wurde also innerhalb der Toleranz von zwei Tagen der Anfang einer Hypernova beobachtet. Die zudem näher liegt, als alle fünfzig seit 1997 beobachteten GRBs, die sichtbaren Objekten zugeordnet werden konnten.

Für die Astrophysik beginnt nun die eigentliche Aufgabe. Nach der Theorie kann sich bei einer Hypernova unmittelbar ein Schwarzes Loch bilden, dessen Entstehung durch den Gammastrahlenblitz signalisiert wurde. Diese Theorie könnte belegt werden, wenn es gelingt das Schwarze Loch ausfindig zu machen. Dieses Vorhaben ist äußerst schwierig, denn Schwarze Löcher zeichnen sich dadurch aus, dass Licht nicht mehr von ihnen entweichen kann. Sie können nur indirekt durch ihre extremen Eigenschaften im Dunkel des Alls aufgefunden werden.

Die obigen Bilder der ESO zeigen das sichtbare Licht der Quelle GRB 030329 im Abstand von etwa einem Monat.


Anmerkung:
Gammastrahlen-Blitze wurden erstmals in den 1960iger Jahren von militärischen Satelliten mit entsprechender Ausstattung wahrgenommen. Erst seit 1997 ist es möglich den Herkunftsort dieser Strahlung mit einiger Genauigkeit festzustellen. Seither wurden etwa 50 Gammastrahlenblitze einem optisch sichtbaren Objekt zugeordnet. Man unterscheidet zwischen längeren und kürzeren Blitzen, von denen letztere kürzer als 2s andauern. Die längeren Ausbrüche möchte man Hypernovae und der Entstehung Schwarzer Löcher zuordnen, auch wenn der Wirkmechanismus nocht nicht verstanden wurde. Von den kurzen Blitzen weiß man noch nicht, unter welcher Bedingung sie entstehen.

Die Freude der Astrophysiker über den GRB 030329 basiert auf der Tatsache, dass es Sterne mit mehr als der 25fachen Sonnenmasse nur in geringer Anzahl gibt, da sie bereits einige Millionen Jahre nach ihrer Entstehung ausgebrannt sind. Entsprechend selten treten Hypernovae auf. Mit 2,6 Mio Lichtjahren Entfernung ist GRB 030329 kosmisch gesehen dabei nicht einmal weit entfernt, so dass gute Beobachtungsmöglichkeiten des weiteren Verlaufs gegeben sind.
Allerdings sollte man sich Hypernova-Explosionen auch nicht in einem zu geringen Abstand wünschen. Man vermutet, das eine Hypernova die noch 50 Lichtjahre entfernt wäre, dem Leben auf der Erde, mit ihrer harten Strahlung, erheblich zusetzen würde. So gesehen kann uns beispielsweise der Stern Eta Carina Probleme bereiten. Er ist nur 9.000 Lichtjahre entfernt.
 
 
 
  Theorie zur Entstehung von Supernovae
  Liste der Supernovae
 
 
Hilfsmittel
 

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