IC 2163NGC 2207interagierende Galaxien
© ESO / 3,6m La Silla
 

 
NGC 2207
RA: 06 16 22,03 Dec: -21 22 21,61 (J2000)
 
 
IC 2163
RA: 06 16 27,98 Dec: -21 22 33,10 (J2000)
 
 
Galaxie:
Sternbild:    Canis Major (Großer Hund)
 
 
Rotverschiebung:            z = 0.009143
Entfernung:           100 Mio.Lj
 
 
Durchmesser in arcmin:   4,3' x 2,8'
Durchmesser:       125.000 Lj
 
 
Absolute Helligkeit:        -20,23M
Scheinbare Helligkeit:     12,2m
 
 
Entdeckt: 1835

John Frederick William Herschel

 
 
Teleskop: 3,6m La Silla
Jahr: 2009
 

 
 
 
 
Das Bild wurde mit Bezug zum Aladin Sky Atlas nach Norden ausgerichtet.
Die Angaben entsprechen der Nasa-MAST- oder NED- Datenbasis. Ho=74,2
 
 
 
 
 
Bemerkungen zum Bild: NGC 2207 / IC 2163

Das Bild des 3,6m Teleskops der ESO zeigt die Galaxie NGC 2207 sowie die Galaxie IC 2163 des New General Catalogue und des Index Catalogue von Johan Ludvig Emil Dreyer im Südsternbild Großer Hund.

Die beiden Galaxien NGC 2207 und IC 2163 bewegen sich aneinander vorbei. Obwohl ihr Abstand nach den Daten der Rotverschiebung etwa 1 Mio.Lichtjahre beträgt, erkennt man an den Verzerrungen in ihren Armen, dass sich die beiden Galaxien gravitativ beeinflussen. Dies ist bei IC 2163 gut zu erkennen, durch die Kräfte wird ihr linker Arm, mehr als hunderttausend Lichtjahre, zum Bildrand hin herausgestreckt.

Die Bewegungen beider Galaxien wurden in mehreren Messreihen erfasst, um den zeitlichen Ablauf einer solchen Begegnung im Computer rekonstruieren zu können. Die Berechnungen ergaben, dass sich IC 2163 entgegen dem Uhrzeigersinn hinter NGC 2207 vorbeibewegte, wobei die größte Annäherung beider Galaxien vor 40 Millionen Jahren stattfand. Jedoch besitzt IC 2163 nicht genügend Bewegungsenergie, um dem Gravitationsfeld von NGC 2207 zu entkommen. Es besteht die Gefahr, dass die Galaxie in der Zukunft nach NGC 2207 zurückgezogen wird.

Auf dem Bild des ESA-La Silla Observatoriums sind in beiden Galaxien Streifen von stark verdichtetem molekularen Staub zu erkennen. Diese Verdichtungen sind Auswirkungen der Kräfte, die zwischen den beiden Sterninseln wirken und den Staub durcheinander wirbeln. Da sich aus solchen Wirbeln in aller Regel Materieverdichtungen bilden, welche die Keime von neuen Sternen sind, ist innerhalb dieser Streifen, in naher Zukunft, mit einer regen Neubildung von Sternen zu rechnen.

Sollten die Berechnungen zutreffen, und beide Galaxien in einen gemeinsamen Orbit zurücktaumeln, wird diese Sterne erzeugende, aber die Struktur der Galaxien zerstörende Entwicklung anhalten und es wäre nicht auszuschliessen, dass in einigen Milliarden Jahren aus den beiden Galaxien eine einzige, wesentlich größere geworden ist. Eine noch junge Hypothese der Astronomie vermutet, dass viele der heutigen Galaxien einschließlich der Milchstraße diese Entwicklung durchlaufen haben und so zur heutigen Größe anschwollen.

IC 2163 (im Bild links) besitzt einen Durchmesser von immerhin 100.000 Lichtjahren und ist damit nur unwesentlich kleiner als die Milchstrasse. Die obigen Daten betreffen NGC 2207.
 
 
 
Hilfsmittel
 

Astro.GoBlack.de