NGC 2080 Ghost Head NebulaSupernova: SN 1987AHodge 301 - Sternhaufen mit alten SternenNGC 2070 - Junger SternhaufenTarantelnebel

© 2006 / 2,2m La Silla+ WFI / MPG/ESO (eso0650)
 

 
Tarantelnebel (NGC 2070)
RA: 05 38 42.36 Dec: -69 06 03.24 (J2000)
 
 
Diffuser Nebelbereich, (Emissionsnebel)
Sternbild:    Dorado
 
 
Rotverschiebung:            -
Entfernung:           168.000 Lj
 
 
Durchmesser in arcmin:   40' • 25'
Durchmesser:       1.900 • 1.200 Lj
 
 
Absolute Helligkeit:        -13,56M
Scheinbare Helligkeit:     5,0m
 
 
Entdeckt: 1751

Nicolas-Louis de Lacaille

 
 
Teleskop: 2,2m La Silla ESO/MPG
Jahr: 2006
 

 
 
 
 
Das Bild wurde mit Bezug zum Aladin Sky Atlas nach Norden ausgerichtet.
Die Angaben entsprechen der Nasa-MAST- oder NED- Datenbasis. Ho=74,2
 
 
 
 
 
Bemerkungen zum Bild: Tarantula Nebula | Looped Nebula | Great lovers Knot
auch bezeichnet als: NGC 2070 | 30 Doradus | R136

Objekt der Galaxie Große Magellansche Wolke (LMC)     

Das Bild der Europäischen Südsternwarte (ESO) zeigt den Tarantelnebel, an dessen hellster Stelle der Offene Sternhaufen NGC 2070 | R136, des New General Catalogue von Johan Ludvig Emil Dreyer im Sternbild Schwertfisch, liegt. Dieser Nebel ist ein Teil der Großen Magellanschen Wolke (LMC), einer Satellitengalaxie der Milchstraße.

Die Bezeichnungen des Tarantelnebels als NGC 2070 oder 30 Dor erscheinen insofern problematisch, als sie weder den historischen, noch den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Die ersten Beobachter sahen einen hellen Fleck, der durch den Offenen Sternhaufen R136 hervorgerufen wurde. Dieser Sternhaufen beleuchtet auch Teile des Nebels, stellt aber den Grund dar, weshalb dieser Fleck für einen Stern gehalten wurde, der mit der Bezeichnung 30 Dor, als 30igster Stern des Sternbilds Dorado, notiert wurde und es bis in die Sternkataloge schaffte. Erst Nicolas-Louis de Lacaille revidierte im Jahr 1751 diese Vorstellung und wies dem vermeintlichen Stern einen nebligen Charakter zu, der im Katalog von Dreyer die Bezeichnung NGC 2070 erhielt. Inzwischen ist bekannt, dass sich der Fleck zu einem Offenen Sternhaufen und einem sehr umfangreichen Nebelgebiet auflösen lässt, in dem weitere Objekte liegen. Insofern sind die Bezeichnung NGC 2070 oder 30 Dor für den Raum des Tarantelnebels nicht befriedigend, sondern eher für den Offenen Sternhaufen R136 angemessen. Er stellt sowohl historisch, als auch heute einen klar definierten Ort für ein bestimmtes Objekts dar.

Der Tarantelnebel ist von filigranen Staubwolken durchzogen, welche die Schockwellen explodierter, alter Sterne hinterließen. Welcher Art diese Sterne waren lässt sich an dem Sternhaufen Hodge 301 ermessen, der nur wenige Bogenminuten westlich von NGC 2070 liegt. Das der Vorgang des Ablebens gealteter Sternen in diesem Teil der LMC auch heute noch nicht abgeschlossen ist, davon zeugt die Supernova SN 1987A, die im Jahr 1987 ebenfalls unweit von NGC 2070 stattfand.

Die Nebelwolke des Tarantelnebels besitzt eine Ausdehnung von etwa 2000 mal 1000 Lichtjahren. Ihr Wasserstoffgas wird durch einige Dutzend heißer und heller Überriesensterne zum Leuchten angeregt. Der Tarantelnebel ist größer und heller, als jeder andere bekannte Gasnebel im Bereich der Milchstraße. Stünde er an der Stelle des Orionnebels, so würde er das gesamte Sternbild ausfüllen und so hell leuchten, dass Gegenstände auf der Erde, in seinem Licht einen Schatten werfen würden.
 
 
 
Hilfsmittel
 

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