Nova - Supernova
 
Stern (>8 Sonnenmassen)=> Roter Überriese => explodiert => Neutronenstern | Schwarzes Loch
Der Begriff Nova leitet sich von «stella nova» was neuer Stern bedeutet her und wurde bis zur Erkenntnis der physikalischen Ursachen für jeden Helligkeitsaubruch am Himmel verwendet, bei dem ein bis dahin nicht oder kaum sichtbarer Stern für eine Zeit hell aufleuchtete.
Heute unterteilt sich die «stella Nova» in Ausbrüche die als Nova oder als Supernova angesprochen werden.

Nova
.. Dabei ist die Nova ein Helligkeitsausbruch der durch eine kurzzeitige, explosive Zündung der Wasserstofffusion auf einem Weißen Zwerg auftritt. Zu diesem war von einem nahen noch 'lebenden' Begleitstern Gas abgeflossen, welches bei Erreichen einer bestimmten Menge zu fusionieren begann.

Supernova
.. Die Supernova hingegen bezeichnet den explosionsartigen Zusammenbruch eines massereichen Sterns, an dessen Ende der ehemalige Stern zu einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch von wenigen km Durchmesser zusammengefallen ist. Diese Explosion erscheint mit eine Leuchtkraft, die um das Millionen bis Milliardenfache stärker ist als die Helligkeit der Sonne und der Leuchtkraft einer ganzen Galaxie gleicht.

Für Supernovae gibt es zwei grundlegende Mechanismen.

.. Typ 1a
Bei der Supernova vom Typ Ia liegt bereits ein 'toter' Stern in der Form eines Weißen Zwerges vor. Von einem nahen Begleitstern erhält er Gas, das zunächst in der Form von Novae, explosive Wasserstofffusionen hervorrufen mag. Dadurch erhöht sich die Masse dieses Weißen Zwerges. Erreicht die Masse eine Größe, so dass das Kohlenstoffbrennen einsetzen kann zerreißt es den 'Weißen Zwerg' vollständig. Der zweite Stern wird fortgeschleudert und wird zu einem 'run away star'.

.. Typ II .. Ib,Ic usw.
Bei den anderen Typen von Supernovae liegen Sterne vor, deren Anfangsmassen von etwa 8 bis 10 Sonnenmassen bis hinauf zur 30fachen Sonnenmasse reichen. Bei ihnen lautet der Typ der Supernova II. Sterne noch größerer Massen fallen unter die Typen 1b und 1c. Sterne mit diesen Massen fusionieren ihren Wasserstoff in wenigen 10 Millionen Jahren zu Helium um dann in immer kürzer werdenden Abschnitten schwerere Elemente zu erzeugen, wobei sie zu Roten Überriesen werden. So soll das Siliziumbrennen nur noch wenige Tage andauern. Mit der Fusion von Eisen ist das Ende der Fusionskette erreicht, denn nun müßte der Stern Energie aufwenden um schwerere Elemente zu erzeugen. Er benötigt aber Energie, um dem Gravitationsdruck seiner Masse stand zu halten. So stürzt sein nur wenige 10km umfassender Kernbereich im Bruchteil von Millisekunden zu einem massiven Gebilde in sich zusammen. Die ihn umgebenden Materieschichten versuchen diesem Zusammenbruch zu folgen, prallen aber zu großen Teilen an dem massiven Kern ab, was letztlich als nach außen gerichtete Explosion zu beobachten ist. Die Kräfte in den nach außen gerichteten Schockwellen sollen dabei so groß werden, dass schwerere Elemente als Eisen entstehen, so wie sie aus der Tabele der 96 natürlichen, chemischen Elemente bekannt sind. Nach ihrer Explosion als Supernova ist ein Neutronenstern entstanden. Liegt die Restmasse nach der Explosion über drei Sonnenmassen so enden sie als Schwarzes Loch. Diese wurden so benannt, weil ihre Gravitation auch das Licht daran hindert den Körper zu verlassen. Seine Fluchtgeschwindigkeit von 300.000 km/s reicht hierfür nicht mehr aus. Welcher Art die Materie in diesen Körpern ist, kann bisher nur rein spekulativ beantwortet werden, da es hierfür keinerlei physikalischen Anhalte auf der Erde gibt.
Die in den Raum hinausgeschossenen Gas- und Staubmassen besitzen Geschwindigkeiten, die änfänglich die Hälfte der Lichtgeschwindigkeit erreichen können und besitzen enorm hohe Temperaturen von einigen 100.000K. Die folgenden Ausbreitungsstrukturen hängen von der Materie des umgebenden interstellaren Raumes ab. In der Astrophysik werden eine Vielzahl von Modellen zu den diversen Abläufen von Supernovae diskutiert, die sich letztlich in den Typbezeichnungen wiederfinden. Es bleibt in dieser jungen Wissenschaft abzuwarten, welche Modelle genügend nahe an der beobachteten Wirklichkeit liegen um sie widerspruchsfrei beschreiben zu können.

Hinweis
Auch bei den Daten zu den Supernovae beruhen viele Angaben auf begründeten Schätzungen, deren Toleranzen groß sein können. Dies mag berücksichtigt werden, wenn in Katalogen und Artikeln starke Abweichungen auftreten.
 

Historische Supernovae (angegeben sind, soweit bekannt, die Sternbilder 2014)

SN
Datum
Sternb.
Hell.
Stern
Bemerkung
Vela SNR
-10.000 J
Vel
 

PSR B0833-45 (Pulsar)

Entdeckt 1952 C.S.Gum
SN 2241
2241 v.Chr
 
-10
 
dubiose Quellen
SN 352
352 v.Chr
 
 
 
chinesische Quellen
SN 4
4 v.Chr
Aql
 
 
chinesische Quellen
 
 
 
 
 
 
SN 185
07.12.185
Cir
-8
RCW 86 (Pulsar)
chinesische Quellen
SN 369
 
Cir
 
SNR G315.4-2.3
chinesische Quellen
SN 386
--.--.386
Sgr
 
SNR G11.2-0.3 (Röntgenq.)
chinesische Quellen
SN 393
--.--.393
Sco
-3
SNR G347.3-00.5
Radioquelle
SN 437
--.--.437
Gem
 
(Pulsar)
 
SN 902
--.--.902
Cas
0
 
 
SN 1006
30.04.1006
Lup
-9
SNR PKS 1459-41
Arabische Quellen
SN 1054
04.07.1054
Tau
-6
SNR G184.6-05.8
M1 (Crab Nebula)
SN 1181
06.08.1181
Cas
-1
3C 58 (Pulsar)
chines./japan. Quellen
SN 1230
--.--.1230
Aql
 
SNR G029.7-00.2
 
SN 1572
06.11.1572
Cas
-4
 
Tycho's Supernova
SN 1604
09.10.1604
Oph
-3
 
Kepler's Supernova
SN 1680
? 16.08.1680
Cas
6
Cassiopeia A
John Flamsteed (unsicher 1667 ?)
SN 1885
1885
And
6
 
In Andromeda Galaxie (M 31)
SN 1979C
1979
Com
11,6
 
In Galaxie M 100
SN 1987A
23.10.1987
Dor
3
 
In Galaxie LMC
SN 2014J
21.01.2014
UMa
 
 
In Galaxie M 82
 
 
 
 
 
 

Eine Liste aktueller Supernovae kann bei der IAU, Central Bureau for Astronomical Telegrams unter www.cbat.eps.harvard.edu/lists/RecentSupernovae.html gefunden werden.

 
astro.GoBlack.de