|
|
Das
Bezugsystem der Planetenbeobachtung
|
|
|
|
|
|
|
|
- Die Planeten eines Sonnensystem umrunden ihren Zentralstern
auf mehr oder minder elliptischen Bahnen. Im Fall unseres
Sonnensystems ist der Zentralstern die Sonne. Da die Beobachtung
der Planetenbewegung in unserem System von der Erde aus
geschieht, die sich natürlich auch um die Sonne bewegt,
scheinen die anderen Planeten eigentümliche Schleifen,
Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen am Himmelszelt
zu vollziehen. Das hat jahrhundertelang zu Verwirrungen in der
Menschheit geführt, da man hier aufgrund kirchlicher Dogmen
annahm, dass sich der gesamte Kosmos um die Erde drehen würde.
-
-
Erst der Astronom Nikolaus Kopernikus (1508-1543) erkennt die
Sonne als Mittelpunkt und Johannes Kepler (1571-1630) gelingt es
über drei Gesetze die aberwitzigen Bewegungen der anderen
Planeten zu erklären und zu berechnen. Auch wenn dadurch
die Erde aus ihrer Zentralstellung herausgerückt wird,
bleibt sie die Beobachtungsbasis und damit das Bezugszentrum der
beobachteten Abläufe. Nur die Kenntnis ihrer Bahnbewegung
macht die Bahneigenschaften der anderen nahen Himmelskörper
berechenbar.
|
|
|
|
|
|
|
|
- Die Ekliptik
-
Als Ekliptik bezeichnet man von der Erde aus gesehen, den
Bahnverlauf der Sonne am Himmel. Diese Bahn beginnt im Osten und
endet im Westen. Während des Tages erreicht die Sonne dabei
je nach Jahreszeit eine bestimmte Höhe über dem
Südhorizont, wobei der Winkel des höchsten Standes
über dem Südhorizont von der Jahreszeit und dem
Standort des Beobachters abhängig ist. Ausserhalb der
Wendekreise erreicht dieser Winkel nie 90°.
-
-
Da das Sonnensystem aus einer flachen Materiescheibe entstanden
ist, kann man im Bereich dieser scheinbaren Sonnenbahn und wenn
sich die Erde nach einem halben Tag von der Sonne weggedreht
hat, also in der Nacht, die Planeten sehen. Dies gilt natürlich
nur dann, wenn sich diese rechts oder links neben, oder
entgegengesetzt zur Sonne befinden, also in einer Weise
beleuchtet werden, die von der Erde aus zu sehen ist.
|
|
|
|
|
|
|
|
- Bezugsebene Ekliptik
-
Aus dem Weltall betrachte ist die Ekliptik die Bahnebene, auf
der sich die Erde um die Sonne bewegt. Gegen diese Ebene
betrachten wir alle Ereignisse des Weltalls und somit ist sie
der Bezug für alle Winkelangaben. Die Achse der Sonne ist
um 7,25° gegen die Ekliptik geneigt und die Achse der Erde
um 23,45°. Auch die Bahnebenen der anderen Planeten weisen
Winkel zu der Ekliptik auf, doch sind diese bei den Planeten
gering. Bei den Zwergplaneten können die Winkel jedoch
schon erheblich sein. So bei Pluto und Eris.
-
-
Die Wahrnehmung der Ekliptikebene von der Erde aus birgt, wegen
der Neigung der Erdachse, für den Beobachter einige
Schwierigkeiten. Ihr Verlauf scheint sich fortwährend zu
ändern.
-
Würde die Erdachse senkrecht auf der Ekliptik stehen,
müsste die Sonne am Äquator im Osten aufgehen, am
Mittag unter einem Winkel von 90° direkt über dem
Beobachter stehen, und am Abend genau im Süden untergehen.
Das tut sie aber nicht.
-
Diese beiden Sonderfälle treten nur am Tag des Herbst- und
am Tag des Frühjahresbeginn ein. An allen anderen Tagen
weicht der Winkel, unter dem die Äquatorsonne am Mittag zu
sehen ist, von 90° ab. Ihre maximale Abweichung beträgt
am Tag der nördlichen Sommersonnenwende 23°27' nach
Norden und am Tag der nördlichen Wintersonnenwende 23°27'
nach Süden. Die Sonne steht in diesen Fällen nicht
über dem Äquator, sondern über den Wendekreisen,
die auf jedem Globus eingezeichnet sind.
-
-
Ein Betrachter der im Norden Deutschlands, z.B. in Hamburg auf
+53,6° (nördlicher Breite) wohnt, wird die Sonne nie
unter einem Winkel von 90° über sich sehen. Im
Frühjahrs- und im Herbstpunkt steht sie unter einem Winkel
von 36,4° über dem südlichen Horizont, im Winter
erhebt sich die Sonne nur noch 13,13° darüber, und im
Sommer erreicht sie mit 59,67° ihren höchsten Stand.
Die Bahn der Sonne über dem Horizont weicht also je nach
Jahreszeit erheblich ab und ist zudem abhängig vom Standort
des Betrachters.
|
|
|
|
|
|
|
|

Das Bild vom
Clementine star tracker verdeutlicht die Eklipticebene. Die
Verbindungslinie von der Sonne über die Planeten Saturn,
Mars und Merkur stellt sie etwa dar. Im Vordergrund ist der Mond
zu sehen.
|
|
|
|
|
|
|
|
- Die Ekliptik und die Bahnebenen der anderen Planeten
-
Die Ekliptik, also die Bahnebene auf der die Erde die Sonne
umkreist, ist für uns das Normal. Auch die anderen Planeten
besitzen solche Bahnebenen. Da alle Planeten aus der gleichen
Materiescheibe entstanden sind, weichen diese in den meisten
Fällen nur leicht von der Bahnebene der Erde ab. Wie gross
diese Abweichung für die anderen Planeten, gemessen an der
Ekliptik ist, kann im Tabellenteil zu den Planeten
nachgeschlagen werden. Sie reichen von 7° bei Merkur bis
hinunter zu 0,77° bei Uranus.
-
Die Zwergplaneten können erheblich Winkelabweichungen zur
Ekliptik besitzen, wie es sich schon bei Pluto mit 17°
andeutet. Eris besitzt sogar einen Winkel von 44° zur
Ekliptik
|
|
|
|
|
|
|
|
- Klassifizierung der Planeten mit der Erde als Bezug
-
Von der Sonne her gesehen lautet die Abfolge der Planeten,
Merkur, Venus, Erde, Mars, Ceres, Jupiter, Saturn, Uranus,
Neptun, Pluto, Eris. Dabei sind Ceres, Pluto und Eris
Zwergplaneten. Will man die Planeten in Bezug auf ihrer Lage zur
Erde unterteilen, so befinden sich zwei Planeten zwischen der
Sonne und der Erde, die anderen liegen ausserhalb der Erdbahn.
Man unterscheidet sie deshalb in ..
-
-
Innere Planeten
-
Zu den inneren Planeten zählen Merkur und die Venus. Sie
werden so bezeichnet, weil sie sich zwischen Sonne und Erde
befinden, also innerhalb der Erdbahn um die Sonne fliegen. Ihre
Beobachtung ist zumindest bei Merkur schwierig, da man von der
Erde aus in Richtung der Sonne sehen muss, will man einen der
beiden Planeten sehen. Dies gelingt nur, wenn die Sonne gerade
untergegangen ist (am Abend) und sich der innere Planet noch,
auf dem sich verdunkelnden Himmel befindet oder kurz vor
Sonnenaufgang, wenn der innere Planet vor der Sonne hereilt und
vor ihr über dem Horizont erscheint.
-
-
Obere und untere Konjunktion
-
Bei den inneren Planeten unterscheidet man zwischen oberer und
unterer Konjunktion. Das meint, dass sich der Planet auf der
Linie: Planet - Sonne - Erde (obere Konjunktion) oder Sonne -
Planet - Erde (untere Konjunktion) befindet. In beiden Fällen
kann der innere Planet nicht gesehen werden, da er sich vor oder
hinter der Sonne befindet.
-
-
Elongation
-
Bei den inneren Planeten spricht man von ihrer grössten
Elongation, wenn sie sich am weitesten rechts oder links von der
Sonne befinden, so dass sie am Abend oder am Morgen, von der
Sonne an den Seiten beleuchtet, von der Erde aus sichtbar sind.
|
|
|
|
|
|
|
|
- äussere Planeten
-
Zu den äusseren Planeten zählen Mars, Jupiter, Saturn,
Uranus, und Neptun, ebenso alle Zwergplaneten. Sie heissen so,
weil sie ausserhalb der Erdbahn um die Sonne ziehen. Dies hat
den Vorteil, dass sie von der Erde aus gut zu sehen sind, wenn
sie sich auf der Linie Sonne - Erde - äusserer Planet
befinden und es gerade Nacht ist auf der Erde.
-
-
Konjuktion
-
Bei den äusseren Planeten spricht man von deren Konjunktion
zur Sonne, wenn sie auf der Linie: äusserer Planet - Sonne
- Erde stehen. Von der Erde aus betrachtet befinden sie sich
dann gerade in Richtung der Sonne. In diesem Fall kann man die
Planeten nicht sehen, denn am Tageshimmel überstrahlt die
Sonne alles, insbesondere dann, wenn der Planet gerade hinter
der Sonne steht.
-
-
Opposition
-
Bei den äusseren Planeten spricht man von deren Opposition
zur Sonne, wenn sie auf der Linie: Sonne - Erde - äusserer
Planet stehen. Von der Erde aus betrachtet, befinden sie sich
demnach entgegengesetzt zur Sonne. In diesem Fall sind sie gut
sichtbar, denn ist es Nacht auf der Erde (dann schauen wir weg
von der Sonne) können wir die von der Sonne beleuchteten
Planeten sehen. Zudem besitzen die Planeten für diesen Fall
auch den geringsten Abstand zur Erde.
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|