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24 Jahre nachdem das Hubble Space Teleskop im Mai 1990 seine Arbeit im Weltall aufnahm, möchten die NASA (North American Space Agency), die ESA (European Space Agency) und die CSA (Canadian Space Agency) ein neues leistungsstärkeres und der fortgeschrittenen Technik angepasstes Weltraumteleskop im Weltall platzieren. Das Gerät trägt den Namen James Webb Space Telescope und soll im Juni des Jahres 2014 mit einer Ariane5 Rakete weit hinter dem Mond, genau im Lagrangepunkt L2, der 1,5Mio km von der Erde entfernt liegt, platziert werden. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, ist im Jahr 2010 allerdings fraglich, denn zuvor muss geklärt werden, woher etwa 1,5Milliarden Dollar kommen sollen, um die sich die NASA bei der Kalkulation des Preises verrechnet hat. Die Kosten für das Teleskop erreichen damit 4,7Milliarden Euro, wovon Europa etwa 0,3Milliarden trägt. Diese werden zu einem großen Teil für den Betrieb der Ariane Rakete benötigt, die das 6,5Tonnen schwere Teleskop in das Weltall befördern soll. |
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| Künstlerische Impression des JWST (James Webb Spaceteleskop) mit seinem Primärspiegel und dem Sonnenschild, welches die Größe eines Sportplatzes besitzt. Letzteres soll die Einstrahlung der Sonne auf das Teleskop abhalten und damit dessen Erwärmung vermindern. © ESA,NASA | ||
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Der Name
James Edwin Webb dessen Namen
das Teleskop trägt, war in den Jahren 1961 bis 1968 ein
Regierungsbeamter, der die Leitung der NASA übernahm. Er
führte die damals unter dem Namen NASA operierende
Ansammlung von eigenständigen Forschungszentren in eine
durchstruktrierte, zusammenhängende Organisation über.
Dieses Verdienst möchte die NASA mit seinem Namen für
das Teleskop würdigen. Dass in Webbs Arbeitszeitraum auch
die Vorbereitungen zum ersten Mondflug im Jahr 1968 liegt, soll
nach Maßgabe der NASA nicht vergessen werden, aber auch
nicht bestimmend sein.
Das Teleskop Das James Webb Teleskop arbeitet im nahen und mittleren Spektralbereich der infraroten elektromagnetischen Wellen. Da es sich bei diesen Wellenlängen um 'Wärmestrahlung' handelt, muss es selber so kalt wie möglich gehalten werden, damit es seine Messergebnisse nicht durch die Eigenerwärmung beeinflusst. Obwohl die Temperatur im Weltraum bei -270°C (3K) liegt, werden Körper, die hier der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, je nach Masse, Reflektion und Wärmeleitung sehr warm. Beim JWST könnten dies bis zu +60°C (233K) und mehr werden. Aus diesem Grund besitzt das Teleskop einen Sonnenschild der für etwa 40K(-233°C) am gesamten Teleskop sorgen soll und einen Kryo-Kühler von dem man sich erhofft, dass der den kritischen MIRI-Sensor auf einer Temperatur nicht über 7K = -266°C hält. Objektiv Der Primärspiegel besteht aus 18 sechseckigen Elementen, von insgesamt 6,5m Durchmesser. Er soll sich erst im All entfalten und justieren. Die Segmente bestehen aus einer sehr leichten Berylliumoptik und besitzen samt Montierung, pro Stück eine Masse von etwa 20kg. Instrumente Insgesamt führt das James Webb Teleskop vier Instrumente mit sich, an deren Entwicklung und Bau auch deutsche Einrichtungen wie das Max Planck Institut für Astronomie in Heidelberg (MPIA), die European Aeronautic Defence und Space Company (EADS-Astrium), und Firmen, wie Carl Zeiss in Oberkochen beteiligt sind. Die Namen der Geräte sind .. 1. NIRCam (Near Infrared Camera) Hergestellt vom Lockheed Martin's Advanced Technology Center in Californien. Diese Kamera kann Bilder im Bereich von 600nm bis 5µm aufnehmen. Sie dringt ein Stück weit in den Bereich des sichtbaren Spektrums vor. Die Bilder bestehen aus zwei Feldern von 2,3*2,3 Bogenminuten, wovon eines den Spektralbereich erfasst, der unterhalb, und der andere den Bereich der oberhalb von 2,5µm liegt. 2. NIRSpec (Near Infrared Spectrograph) Hergestellt im Auftrag der ESA. Dieses Spektrometer, das im Bereich von 600nm bis 5µm arbeitet, kann gleichzeitig 100 Spektren erfassen und analysieren. Im Sinn des Wortes haarfeine Klappen, die einzeln geöffnet werden können, leiten das Licht zur Sensorik für die spektrale Analyse 3. MIRI (Middle Infrared Instrument) Hergestellt im Auftrag der ESA. MIRI wird durch einen Cryocooler auf 7K gehalten, damit die Eigenerwärmung des Teleskops durch die Sonne nicht auf die Messungen einwirkt. MIRI arbeitet im Bereich zwischen 5µm bis 27µm und besitzt eine Kamera und ein Spektrometer. Die Kamera verfügt über drei identische 1024*1024 Pixel-Detektoren, die Winkelauflösung beträgt 0,19 Bogensekunden. 4. FGS-TFI (Fine Guidance Sensor - Tunable Filter Camera ) Der FGS dient der Ausrichtung und Nachführung des Teleskops über ein Führungsobjekt. Auch dieses Instrument verfügt über eine Kamera, die vermutlich der Auswahl des Führungsobjektes dient. Aufgaben Infrarotes Licht kennen wir auf der Erde als Wärme. Sie wird von jedem 'warmen' Körper abgestrahlt. So macht es auf der Erde nur einen bedingten Sinn eine Sensorik zu installieren die den weiten Bereich der Wärme aus dem Weltall messen soll. Anders als das Licht des sichtbaren Spektrums durchdringt Infrarotlicht aber auch Wolken aus Gas und Staub, so dass man durch sie 'hindurchsehen' kann. Diese Eigenschaft läßt tiefe Einblicke in das ferne Weltall zu. So gesehen ist es konsequent, ein Teleskop im kalten Weltraum zu platzieren, das es vermag, mit einem großen Spiegel geringste Mengen infraroten Lichts zu sammeln und zu fokussieren, so dass es messbar wird. Sehr weit entfernte Sterne und Galaxien können so erkannt werden. Nun können menschlichen Augen das infrarote Licht nicht wahrnehmen. Aber mit der Technik der Falschfarbenbilder, bei der die von einer Kamera aufgenommene, infrarote Lichtverteilung in den sichtbaren Bereich verschoben wird, ist es dennoch möglich, auch optische Eindrücke für die Augen zu erzeugen. Zusammen mit der Lichtzerlegung (der Spektroskopie) erhofft man sich von dem James Webb Weltraumteleskop, Licht von den ersten Sternen und Galaxien nach dem Urknall zu finden und die Struktur sowie die Entwicklung von Galaxien erweitert studieren zu können. Ebenso erhofft man sich weitere Erkenntnisse zur Entstehung von Sonnensystemen, die sich ja innerhalb von Gas- und Staubwolken abspielt. |
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