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Die gezielte
Auseinandersetzung der Menschheit mit Sonne, Mond und Sternen
geht weit zurück bis in die Steinzeit. Hierfür waren
nicht nur okkultistische Zwecke verantwortlich, sondern auch ganz
pragmatische, denn die Kenntnis der Jahreszeit die man am Stand
der Gestirne ablesen konnte, verhalf den ersten Ackerbauern den
wichtigen Zeitpunkt für die Ausbringung der Saat zu
bestimmen. Den meisten Hochkulturen gelangen beachtliche
Leistungen in der Erstellung von Kalendarien, oder bei der
Messung der Tageszeit. Sie kannten die Mondzyklen mit Bezug auf
die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel sehr genau, konnten
Mond- und Sonnenfinsternisse vorhersagen und sie wussten um die
Planeten, ohne je durch ein Teleskop gesehen zu haben. Bei all
diesen Leistungen ist es verwunderlich, dass es mehr als 10.000
Jahre brauchte, bis die Erde aus ihrer zentralen Rolle entlassen
wurde.
Spätestens seit der Zeit des Ptolemäus (140n.Chr) bremsten mindestens 1.400 Jahre lang, am christlichen Glauben orientierte Dogmen, die immer schwerer zu ignorierenden physikalische Erkenntnisse. |
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| 350v.Chr | Schon 580-500 vor Christus vermutet der griechische Philosoph Pythagoras, dass die Erde eine Kugel sei. Er kann seine Annahme jedoch nicht beweisen. Erst von Aristoteles 384-322 v.Chr sind Begründungen für diese Annahme übermittelt. Er beobachtet unter anderem, dass bei einem sich entfernenden Schiff, die Aufbauten am längsten zu sehen seien und zudem der Schatten, den die Erde auf den Mond werfe, deutlich gebogen wäre. | |
| 315v.Chr | Der griechische Astronom Herakleides Pontikos legt mit seiner Vermutung, dass zumindest der Mars und die Venus um die Sonne fliegen den Grundstein für ein Weltbild, bei dem die Sonne im Mittelpunkt steht | |
| 240v.Chr | Der Grieche Eratosthenes ermittelt den Umfang der Erde mit 40.000km. Diese verblüffende Rechenleistung ergibt sich aus seiner Kenntnis, dass die Sonne in Syene, dem heutigen Assuan, am längsten Tag des Jahres, mittags keinen Schatten erzeugt. Gleichzeitig steht die Sonne in Alexandria, wo Eratoshenes wohnt, 7° neben dem Zenit. Da ihm die Entfernung nach Assuan bekannt ist, kann er mit Hilfe trigonometrischer Gesetze den recht genauen Wert des Erdumfangs ermitteln. Obwohl sich die Griechen mit der Kugelform der Erde anfreunden können, erscheint ihnen dieser Wert viel zu groß. | |
| 200v.Chr | Die Erde aus dem Mittelpunkt der Himmelsbewegung zu entlassen fällt auch den Griechen schwer. Noch Archimedes lässt zur Veranschaulichung seiner Vorstellungen ein Planetarium bauen, bei dem sich die Planeten zwar um die Sonne drehen, alle zusammen aber drehen sich um die Erde. Dass für dieses Weltbild, den sich ansonsten gleichförmig auf ihren Kreisbahnen bewegenden Planeten kurzzeitig Rückwärtsbewegungen eingebaut werden müssen, stört ihn dabei nicht. | |
| 140n.Chr |
1400
Jahre durch kirchliche Dogmen erzwungener Tiefschlaf
Claudio Ptolemaeus (*~100 - 175) Der griechische Mathematiker und Astronom Claudio Ptolemaeus der vermutlich in Ptolemais Hermeiou, Ägypten geboren wird, setzt der lebendigen griechischen Sternkunde, durch sein Buch 'Syntaxis' ein Ende. Dieses Buch enthält eine Sammlung des Wissens der Antike. In ihm finden sich die Sternbilder, die auch heute noch benutzt werden. Seine Himmelsmechanik sieht die Erde als Mittelpunkt, um den die Sonne, die Planeten und die Fixsterne kreisen. Der Grund für die Lähmung die er erzeugt besteht darin, dass er die von ihm postulierten Gesetze so eng mit einem unabänderlichen göttlichen Wirken verbindet, dass jeder Zweifel an seinem Werk, mit einem Zweifel an dem göttlichen Willen, gleichgesetzt werden muss. Durch die Verbreitung seines Buches im arabischen Sprachraum, aus dem heraus es um 1100 auch in den lateinischen Kulturkreis gelangt, blockiert er auch hier, unterstützt und getragen von kirchlichen Dogmen, den wissenschaftlichen Fortschritt bis mindestens ins 17.Jahrhundert. |
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| 1543 |
Lösung
der Erde als Mittelpunkt des Weltbildes
![]() Nikolaus Kopernikus (*1473 - 1543) Die Widersprüche des ptolemäischen Weltbildes werden erst durch Nikolaus Kopernikus erneut angefochten. Sein Werk, dessen Basis bereits 1508 gefestigt bereitsteht, wird erst nach seinem Tod 1543 herausgegeben. Zu Lebzeiten hat Kopernikus Angst als Ketzer verfolgt zu werden und berichtet nur Freunden von seinen alternativen Gedanken. Sein Werk 'de revolutionibus' findet durch den gerade erfundenen Buchdruck schnelle Verbreitung und löst in den Kreisen der Kirche ein derartiges Entsetzen aus, dass es auf den Index verbotener Bücher gesetzt wird. Dieser Bann wird erst 1882 wieder aufgehoben. Doch die Dämme sind gebrochen. Kopernikus hat erkannt, dass sich die Erde um sich selber dreht und zusammen mit den Planeten die Sonne umrundet. Dadurch ist es möglich in einem mathematisch durchgängigen Modell die Reihenfolge der Planeten, ihre Entfernungen und ihre Bahnverläufe jederzeit berechenbar zu machen. Zudem erkennt Kopernikus, dass das Weltall sehr viel weitläufiger sein muss, als zu seiner Zeit angenommen wird, denn es gelingt ihm auf der Basis seiner Erdbewegung nicht die Parallaxen von Fixsternen zu ermitteln. Den Erkenntnissen von Kopernikus können sich nur wenige Astronomen verschließen und ein neues Weltbild, in dem auch andere Himmelserscheinungen eingereiht werden können, entsteht. |
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| 1572 |
Tycho
Brahe (*1546 - 1601)
Der
dänische Astronom Tycho Brahe sieht eine mit bloßem
Auge beobachtbare Supernova in unserer Milchstraße, im
Sternbild Cassiopeia. Sein Bericht über den neuen Stern
(Stella Nova), der ein Jahr später wieder verblasst, macht
ihn bekannt.
Das Bild unten zeigt, wie weit sich das Gas des explodierten Sterns im Jahr 2000, nach 428 Jahren also, aus dem Zentrum entfernt hat. Man vermutet zwar, dass sich Supernovae alle 30 Jahre in der Milchstraße ereignen, aber von der Erde aus ist nur ein geringer Teil aller Sterne der Milchstraße zu sehen und nur wenige Supernovae scheinen so hell, dass sie mit bloßem Auge wahrgenommen werden können. Tycho's Supernova Rest 2000:
Brahe der noch keine Teleskope kennt, ist ein herausragender, beobachtender Astronom seiner Zeit, mit dem von ihm entwickelten Mauerquadranten verbessert er die astronomischen Messungen erheblich und auf seine präzise erhobenen Daten greifen die folgenden Generationen von Astronomen zurück. So auch Johannes Kepler, der mit Hilfe von Brahes Daten sein erstes und zweites Planetengesetz formulieren kann. |
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| 1603 |
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Johann
Bayer (*1572 - 1625)
Auch
Johann Bayer benutzt die Daten von Tycho Brahe als er 1603, in
Augsburg seinen Himmelsatlas Uranometria herausgibt. Dieser zeigt
auf 51 Seiten, als erster Katalog sowohl die Sterne der Nord- als
auch der Südhalbkugel.
Bayer
benutzt hierbei die ptolemäischen Sternbilder, fügt
diesen aber weitere hinzu, die noch heute benutzt werden. Zur
Bezeichnung der Sterne innerhalb der Sternbildgrenzen benutzt er
griechische dann lateinische Buchstaben und setzt dahinter den
Namen des Sterbildes, so wie dies bei dem Nachbarstern der Sonne,
Alpha Centauri geschieht. Ein Verfahren welches ebenfalls noch
heute als Bayer Bezeichnung in vielen Sternkatalogen gepflegt
wird.
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| 1600 |
Giordano
Bruno (*1548 - 1600)
Der
italienische Philosoph Giordano Bruno verteidigt das Weltbild von
Kopernikus und wird am 17. Februar 1600 in Rom wegen Ketzerei und
Magie, öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
400
Jahr später, im Jahr 2000 erklärt der päpstliche
Kulturrat, dass diese Hinrichtung nunmehr auch aus kirchlicher
Sicht als Unrecht zu betrachten sei.
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| 1609 |
Hans
Lipperhey (*~1570 - 1619)
Hans
Lipperhey wird in Wesel geboren und wandert 1594 nach Middelburg
in Holland aus, um sich dort als Brillenmacher niederzulassen. Im
Jahr 1608 erfindet er ein 'Instrument zum Sehen in der Ferne'.
Bereits im folgenden Jahr werden in Paris Lippershey-Teleskope
verkauft. Er ist nicht der einzige der die Kunst Teleskope
herzustellen beherrscht. Neben ihm beanspruchen Jacob
Adriaanszon, genannt Metius aus Alkmaar, sowie Zacharias Janssen,
das Fernrohr erfunden zu haben.
![]() Galileo Galilei (*1564 - 1642) Als der in Pisa geborene italienische Astronom Galileo Galilei von den Lippershey-Teleskopen hört, baut er sich eines mit etwa 30 facher Vergrößerung. Galilei kann damit erstmals die Milchstraße als Sternenband erkennen. Er entdeckt die vier Jupitermonde und damit erstmals Himmelskörper, die nachweislich nicht dem offiziellen, ptolemäischen Weltbild entsprechend, um die Erde kreisen. Seine Entdeckung bringt die kirchliche Macht gegen ihn auf. Die Kurie verbietet seine Werke und zwingt ihn, seinen Auffassungen abzuschwören. Dieser Schritt treibt zwar einen Keil zwischen die Kirche und die Wissenschaften, kann aber nicht die mit dem Fernrohr eingeleitete neue Beobachtungsqualität und die mit dem kirchlichen Dogma erzwungene Verselbständigung der Wissenschaften allgemein und der Astronomie im Besonderen aufhalten. |
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| 1618 |
Johannes
Kepler (*1571 - 1630)
Der
Astronom Johannes Kepler veröffentlicht trotz des
Widerstands der katholischen- wie der protestantischen Kirche
sein letztes Planetengesetze. Es sind insgesamt drei Stück.
Kepler erweitert mit ihnen die 'Kreisbahnen' der Planeten zu
Ellipsen und erkennt, dass sich die Planeten in Sonnennähe
schneller bewegen als in Sonnenferne.
Er leitet auch als erster Astronom den Schweif von Kometen aus einem Partikelstrom ab, der von der Sonne ausgeht, .. heute wir dieser Strom aus ionisierten Atomen Sonnenwind genannt. Kepler soll erst 1611 ein Fernrohr erhalten haben. |
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| 1665 |
Giovanni
Domenico Cassini (*1625 - 1712)
Der
italienisch-französische Astronom Giovanni Domenico Cassini
entdeckt die Eigenrotation der Planeten Mars und Jupiter. Er
ermittelt 1672 die Entfernung zu den in dieser Zeit bekannten
Planeten, findet vier Saturnmonde und die Teilung der
Saturnringe.
Mit dem
heliozentrischen Weltbild von Johannes Kepler und den
Gravitationsgesetzen Newtons kann er sich jedoch nicht
anfreunden. Der Hypothese seines dänischen Mitarbeiters Ole
Rømer, dass die Lichtgeschwindigkeit endlich sein müsse,
stimmt er zunächst zu, um sie folgend wieder zu verwerfen.
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| 1675 |
Ole
Rømer (*1644 - 1710)
Dem
dänischen Astronomen Ole Rømer gelingt es, über
die Bedeckung der Jupitermonde erstmals, die Endlichkeit der
Lichtgeschwindigkeit zu beweisen.
Aufgrund
dieser Vorarbeit berechnet sie Christiaan Huygens im Jahr 1678,
mit 213.000km/s. (heutiger Wert 299.792,458km/s)
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| 1687 |
Isaak
Newton (*1642 jul.Kalender - 1643 gregor.Kalender)
Angeregt
durch den Astronomen Edmund Halley, der die Umlaufzeit des nach
ihm benannten Kometen berechnet, gelingt es dem englischen
Physiker Isaak Newton, über
sein Gravitationsgesetz und die von ihm entwickelte
Infinitesimalrechnung die Massenanziehungskraft zu bestimmen, die
nicht nur die Planeten, sondern jeden beliebigen Himmelkörper
auf seiner Bahn hält. Er erklärt damit auch die von
Kepler gefundene Geschwindigkeitsänderung auf elliptischen
Bahnen. In Bezug auf die Erde weist Newton aufgrund von
Pendelversuchen theoretisch nach, dass die Erde an den Polen
abgeplattet sein muss. 1668 kommt Newton auch auf die Idee das
Licht anstelle mit Glas,
durch Spiegel zu bündeln. Das ist die Geburtsstunde des
Spiegelteleskops.
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| 1718 |
Edmund
Halley (*1656 - 1741)
Edmund
Halley der schon durch seine Berechnung von Kometenbahnen und
Sonnenfinsternissen Aufsehen erregt hat, stellt fest, dass sich
auch die als feststehend gedachten 'Fixsterne' bewegen müssen.
Halley findet dies nach der Neuvermessung von Sternen heraus,
deren Position schon im Altertum gemessen wurde und er kann sogar
Abweichungen zu den als sehr zuverlässig geltenden
Positionsangaben des dänischen Astronomen Tycho Brahe
feststellen.
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| 1741 |
Anders
Celsius (*1701 - 1744)
Der
schwedische Astronom Anders Celsius erkennt, dass Polarlichter
das Magnetfeld der Erde stören. Zudem schlägt er zum
Zwecke der Temperaturmessung vor, den Bereichs einer
Quecksilbersäule zwischen dem Gefrierpunkt und dem
Siedepunkt von Wasser bei 760 Torr Luftdruck, in 100 Teile zu
zerlegen. Der Unterschied bei dem Thermometer von Celsius zu
heutigen Thermometern besteht nur darin, dass seine 100°-Marke
dort angebracht war, wo heute die 0°-Marke angeordnet ist.
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| 1747 |
James
Bradley (*1693 - 1762)
James
Bradley, der auf seiner Suche nach den Parallaxen der Fixsterne
schon auf die Aberration des Lichtes gestoßen ist, entdeckt
die Nutation der Erdachse. Diese überlagert mit einer
Periode von 18,6 Jahren eine Taumelbewegung der Erdeachse, die
Präzession genannt wird und sich alle 25.850 Jahre
wiederholt.
James
Bradley kann übrigens die Parallaxe der Fixsterne nicht
finden. Er kann nur zeigen, dass diese für den Stern Gamma
Draconis kleiner ist als 1 Bogensekunde und damit unter seiner
Messgenauigkeit liegt. Das bedeutet, dass der Stern mehr als 30
Mio. km von der Erde entfernt sein muss (heute weiß man, es
sind 955 Billionen km = 101 Lichtjahre). Dennoch eröffnen
Bradleys Untersuchungen den Astronomen eine Ahnung von den bis
dahin ungeahnten Ausmaßen des Weltalls. Eine Erkenntnis,
die sich seither in immer wiederkehrenden Perioden neu vollzieht.
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| 1771 |
Charles
Messier (*1730 - 1817)
Der
französische Marineastronom Charles Messier gibt seinen
ersten, 45 Objekte umfassenden Katalog nebulöser
Himmelsobjekte heraus. 1782 umfasste dieser 107 Objekte. Es
werden insgesamt 110.
Messier
den die aufgelisteten Nebel eher bei der Suche nach Kometen
stören und weniger die Objekte seines Interesses sind,
beendet die Suche 1782. Man vermutet, dass dies eine Reaktion auf
die Erkenntnis ist, dass die von Herschel benutzten Teleskope den
seinen im Vorteil sind. Messiers Nebel, von denen zu dieser Zeit
niemand zu sagen weiß was sie darstellen, erregen das
Interesse der Astronomie und öffnen damit das Fenster in die
Tiefen des Universums
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| 1782 |
Friedrich
Wilhelm Herschel (*1738 - 1822)
Der
in Hannover geborene, und zunächst als Freizeitastronom
arbeitende Friedrich Wilhelm Herschel baut sich in Bath, England
mehrere, größer werdende Reflektor-Teleskope und setzt
die Suche von Charles Messier nach nebelartigen Objekten fort.
Caroline Lucretia Herschel (*1750-1848) Unterstützt wird er von seiner Schwester Caroline. Beide erarbeiten bis 1802 den Herschel Katalog mit mehr als 2500 Objekten. Mit seinen für die Zeit einzigartigen Instrumenten kann er sogar einige der Nebel in Einzelsterne auflösen. Er schließt daraus, dass auch die anderen Nebel weit entfernte Sternhaufen sein könnten und mit der Entfernung dann auch größer. Das einige seiner großen Sternhaufen später zu Galaxien anwachsen kann er nicht ahnen. Berühmt wird Herschel als Entdecker des Planeten Uranus und dessen zwei Monden Titania und Oberon. Auch von den Ringen um Uranus berichtet er bereits 1782. Allerdings geht die Fachwelt seiner Zeit hier von einer Täuschung aus. |
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| 1814 |
Joseph
Fraunhofer (*1787 - 1826)
Der in
München geborene deutsche Optiker, Physiker und
Fernrohrbauer Joseph Fraunhofer entdeckt 1814 mit dem von ihm
gebauten Spektroskop, die nach ihm benannten fraunhoferschen
Linien im Sonnenspektrum. Außerdem führte er als
erster Experimente zur Beugung von Licht an optischen Gittern
durch. Seine Erkenntnisse auf diesen Gebieten nutzt Fraunhofer,
um die Brechzahl optischer Gläser mit einer wesentlich
gesteigerten Genauigkeit zu messen.
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| 1842 |
John Frederick William Herschel ist der Sohn von Friedrich Wilhelm Herschel. Er studierte zunächst Jura um dann die Sternwarte seines Vaters zu übernehmen. Zusammen mit seiner Tante Caroline vollendete er das Werk dessen Werk um es dann seinerseits auf den Südhimmel auszudehnen. Ihm gelingt es, die Magellanschen Wolken in Einzelsterne aufzulösen, womit die ersten Galaxien sichtbar geworden sind, ohne dass es John Herschel ahnt. Interessant ist seine Bekanntschaft mit ..
.. einem englischen Ökonom, Philosoph, Mathematiker, und Erfinder, der heute als der Urvater des modernen Computers gilt.
Dass John Herschel auch die Fotografie als Vision sah, kann vermutet werden. Zumindest verbessert er die Cyanotypie. Und entdeckt 1842 den fotografischen Prozess zum Belichten von Papierbildern auf der Basis von kolloidalem Gold. Beide Verfahren sind allerdings noch nicht geeignet, um an so etwas wie 'Astrofotografie' zu denken. |
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| 1844 |
Wilhelm
Bessel (*1784 - 1846)
Der
deutsche Astronom und Mathematiker Wilhelm Bessel schließt
aus der Beobachtung der Sterne Sirius und Prokyon, dass es sich
bei diesen um Doppelsterne handeln muss. Man weiß seit
Edmund Halley, dass sich Sterne auf einer geradlinigen Bahn
bewegen. Aber diese beiden 'schlingern' auf ihrer Bahn. Bessel
kann die Begleitsterne mit den Teleskopen seiner Zeit nicht sehen
und nimmt so unsichtbare Massen und deren Gravitationswirkung als
Grund für die Schlingerbewegung an.
Als
Bessels größte Leistung wird jedoch die Bestimmung der
Entfernung zum Stern 61 Cygni über eine jährliche
Parallaxemessung. angesehen. Seine Entfernung weicht nur 6% von
der heute angenommenen Entfernung ab.
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| 1845 |
William
Parson, der dritte Earl of Rosse (*1800 - 1867)
William
Parson, der dritte Earl of Rosse auf Birr Castle, Irland
berechnet und baut die nächste Generation großer
Spiegelteleskope. Sein größtes Instrument besitzt
einen Spiegel von 1.83m und einer Brennweite von 16m. Mit diesem
Instrument gelingt es ihm, weitere Formen der bis dahin als Nebel
bekannten Himmelsobjekte aufzulösen. So erkennt er, dass
einige dieser Nebel Spiralstrukturen besitzen. Was er nicht weiß
ist, dass er damit der erste Mensch ist, der Spiralgalaxien, also
weit entfernte Milchstraßen, sieht.
Die
Auflösung dieser lichtschwachen Objekte zu Galaxien gelingt
erst im 20. Jahrhundert durch die Licht sammelnde Wirkung der
Astrofotografie.
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| 1861 |
Gustav
Robert Kirchhoff (*1824 - 1887)
Gustav
Robert Kirchhoff ein in Königsberg geborener deutscher
Physiker, der sich im Besondere mit der Erforschung der
Elektrizität befasst, und
Robert Wilhelm Eberhard Bunsen (*1811 - 1899) ..
ein in Göttingen geborener deutscher Chemiker. entwickeln
zusammen auf der Basis der von Fraunhofer (1814) entdeckten
Spektralanalyse ein Verfahren, mit dessen Hilfe chemische
Elemente hochspezifisch nachgewiesen werden können. Sie
geben damit der Astronomie die Möglichkeit an die Hand, aus
der Lichtzerlegung, den Spektren weit entfernter Himmelskörper
auf deren chemische Zusammensetzung schließen zu können.
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| 1880 |
Henry
Draper (*1837- 1882)
Der
Amerikaner Henry Draper nimmt 1880 das erste Foto des Orion
Nebels auf. Dieses Bild gilt als die erste astrofotografische
Aufnahme eines Deep-Sky-Objekts. H.Draper ist Physiologe und
Amateurastronom. Auf einer Europareise besucht Draper im Jahr
1857 die Privatsternwarte des Earl of Rosse in Irland auf Birr
Castle. Von dem was er hier sieht angeregt, beginnt er ein Jahr
später mit dem Bau eines 40cm Spiegelteleskops, das er
speziell für die Astrofotografie auslegt. 1872 gelingt ihm
als erstem, das Spektrum des Sterns Wega aufzunehmen und 1880
entsteht das folgend gezeigte Bild des Orionnebels. Er verbessert
zudem die Nachführmechanik von Teleskopen, so dass Aufnahmen
bis zu drei Stunden angefertigt werden können.
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| 1888 |
Johan
Ludvig Emil Dreyer (*1852 - 1926)
Der
dänische Astronom und Wissenschaftshistoriker Johan Ludvig
Emil Dreyer veröffentlicht im Jahr 1888 den New General
Catalogue of Nebulae and Cluster of Stars (kurz NGC-Katalog).
Dieser enthält u.a. die Objekte, welche in den Katalogen von
Charles Messier, Wilhelm und John Herschel sowie William Parson
enthalten sind.
1895
und 1908 wird der NGC-Katalog um die beiden Index-Kataloge IC I
und IC II erweitert. Der NGC-Katalog umfasst 7840 Objekte
des tiefen Universums. Die Indexkataloge erweitern diese um
weitere 5386 Objekte. Interessant an diesen Katalogen ist, wie
sich ihre Objekte zunehmend in die Tiefen des Universums
verlagen, was für die verbessete Technik der Teleskope
spricht. Andererseits vermag keines dieser Teleskope die wahre
Natur der als Nebel angesprochenen Objekte aufzulösen.
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