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- Normalerweise gehen Wissenschaftler
davon aus, dass Naturkonstanten unveränderbar sind, weshalb
sie ja als Konstante (Unveränderbare) bezeichnet werden.
Nicht immer kennen wir Menschen die dazugehörigen
Zahlenwerte genügend genau, aber mit besseren Geräten
und verbesserten Messmethoden, wurde bisher auch die Genauigkeit
der Konstanten verbessert.
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Nun hat im Jahr 2001 eine Gruppe von
Wissenschaftlern unter der Leitung von John Webb der
Weltöffentlichkeit mit vorsichtigen Worten mitgeteilt, dass
es möglich wäre, dass die Feinstrukturkonstante alpha
sich im Lauf von einigen Milliarden Jahre vergrössert hat.
Wenn sich dieses Messergebnis durch weitere unabhängige
Messungen bestätigen liesse, läge ein Tatbestand vor,
der zwischen physikalischer Sensation und einer Katastrophe
rangieren würde. Viele der bisher getroffenen Annahmen über
die Entwicklung des Universums wären schlicht falsch und
müssten neu überdacht werden.
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Die Feinstrukturkonstante alpha ist das
Mass für die Stärke der elektromagnetischen Kraft,
welche die negativ geladenen Elektronen an den Atomkern bindet.
Ihr 'heutiger' Wert lautet 0,00729. Sie ist ein Garant für
die Stabilität der Materie. Würde sich diese Konstante
nur um wenig mehr als 1% ändern, könnte beispielsweise
das Element Kohlenstoff nur noch in winzigen Mengen vorkommen.
Nun ist Kohlenstoff das Ausgangsatom jeglichen Lebens. Durch
seine Eigenschaft, sich über lange Ketten- und
Ringmoleküle, mit sich selber zu verbinden, kommen die
Strukturen zustande, die wir als organisches Material kennen.
Wäre kaum Kohlenstoff vorhanden, wäre kein Leben, so
wie wir es kennen, auf diesem Planeten möglich. Die gesamte
Reihe der Elemente müsste neu entdeckt werden.
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Die Feinstrukturkonstante alpha wurde 1916
von dem deutschen Atomphysiker Arnold Sommerfeld eingeführt,
um die Wellenlängen der Spektrallinien beim Wasserstoffatom
berechnen zu können. Mit den Spektrallinien können die
Astrophysiker seither aus dem Licht ferner Himmelskörper
feststellen, welche chemischen Elemente dort vorhanden sind. Das
taten auch Webb und seine Gruppe am Keck-Teleskop auf Hawaii mit
dem Licht von Quasaren. Da Quasare Milliarden Lichtjahre
entfernt sind, muss ihr Licht ebensolange durch den Raum eilen,
bis es hier gesehen werden kann. Dabei wird ein Teil des Lichtes
von Metallatomen in intergalaktischen Wolken verschluckt. Das
nun entstandene Absorbtionsspektrum verglich Webb mit irdischen
Laborwerten und stellte fest, dass der Wert für alpha in
dem etwa 10Mrd Jahre alten Absorbtionsspektrum um einige
hundertstel Promille, aber deutlich messbar, kleiner ist, als
das der Laborwerte.
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Da die Feinstrukturkonstante mit der
Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, dem Planck'schen Wirkungsquantum
und der Grösse der Elementarladung zusammenhängt, muss
sich mindestens eine dieser Grössen auch verändert
haben .. und hier liegt die Brisanz der Entdeckung.
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