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Planet:
Erde .. Wie funktioniert der
blaue Planet
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Erde
Datenblätter
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Die Erde ist unbestritten ein
besonderer Planet. Es gibt hier eine, aus den bekannten
chemischen Grundelementen zusammengesetzte, regenerative,
selbstorganisierende Materieformen, die wir Leben nennen, ..
Pflanzen, Tiere .. uns.
Nach allem was wir wissen,
war für deren Entwicklung Wasser notwendig. In ihm
entwickelten sich die Urformen des Lebens .. chemische
Substanzen, die es vermochten, sich selber zu reproduzieren und
zu modifizieren.
Die Frage wie das Wasser auf
die Erde kommt ist dabei beinahe untergeordnet, denn das Weltall
ist voll von H20, dieser Verbindung der Gase
Wasserstoff und Sauerstoff, aus denen es besteht. Verblüffend
ist eher, dass das Wasser nicht gasförmig oder fest, in der
Form von Eis, vorliegt. Dies wären die zu erwartenden
Zustände, wenn man sich den gesamten Temperaturbereich von
273°C bis hin zu über tausend Grad vorstellt, in
denen diese chemische Verbindung vorliegt. Nur in dem Bereich
zwischen 0°C und 100°C ist Wasser bei dem gegebenen Druck
flüssig, nur in einem noch schmaleren Bereich kann Leben in
ihm entstehen. Die Temperaturen des Weltalls weichen hiervon in
der Regel weit ab.
Unsere
Wissenschaft vermutet den 'lebensmöglichen' Bereich unseres
Sonnensystems zwischen 0,95 AE und 1,37AE. Grob gesehen bedeutet
dies, dass es bereits bei einer Abweichung von nur ± 4-5%
der gegebenen Entfernung Erde und Sonne, kein Leben mehr auf
unserem blauen Planeten geben würde. Lächerliche 7,5Mio
km trennen uns, in dem nach Milliarden Lichjahren zählenden
Raum, von der Frage unserer Existenz.
Die Erde besitzt eine
mittlere Temperatur von 15°C. Die Venus, astronomisch nur
etwas dichter an der Sonne gelegen, glüht bis hin zu 460°C
und der Mars, nur wenig weiter entfernt, bringt es auf 60°C.
Keine Voraussetzungen für flüssiges Wasser .. und doch
scheint es auf dem Mars flüssiges Wasser gegeben zu haben.
Letzte Aufnahmen von seiner Oberfläche zeigen filigrane
Flußläufe, Meeresstrände und Erosionszonen und
das spricht dafür, dass dieser Planet nicht immer so trocken
und staubig war, wie er sich heute darstellt. Aber das flüssige
Wasser ist verschwunden. Warum verschwand es auf der Erde nicht?
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- Vor 4,6 mrd.
Jahren entwickelte sich die Sonne, und die weiter entfernte
Materie klumpte zu den Planeten. Die Zusammenballung geschieht
durch das Aufeinandertreffen von größeren und
kleineren Gesteins- und Eisbrocken, die sich zuvor selbständig
aus dem feinen Urstaub gebildet haben. Ihre Aufprallenergie
erwärmt die entstehenden Großbrocken. Irgendwann im
Verlauf von einigen 10.000 Jahren hat sich auch die Erde
gebildet. Sie ist heiß von den unzähligen
Zusammenstößen, Gase entwickeln sich und bilden eine
erste Atmosphäre die schon Wasserdampf enthält.
Einschläge weiterer Meteorite verwirbeln sie und der
Sonnenwind, ein Strom von atomaren Partikeln, die von der
zunehmend heißer werdenden Sonne abgestrahlt wird, reißt
die junge Atmosphäre mit sich fort und verteilt sie wieder
im Weltall. Die Turbulenzen sind noch zu groß und die
Massenanziehung der entstehenden Erde ist noch zu klein.
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Mit zunehmender Größe
werden die von der Erde angezogenen Brocken größer.
Sie kommen von weiter her, besitzen eine größere
Aufschlagenergie, erhitzen den Erdball bis in sein tiefstes
Inneres und schmelzen ihn auf. Die schweren Stoffe sinken zum
Erdmittelpunkt, verfestigen sich unter dem ungeheueren Druck. Um
diesen festen Kern aus Nickel und Eisen, dort wo der Druck
geringer wird, bildet sich eine heiße, flüssige,
quirlende Schicht dieser Metalle, die wie bei einem Dynamo ein
Magnetfeld erzeugt. Dieses legt sich um die Erde herum und
verhindert, dass der Sonnenwind die nun weit heftiger
entstandenen Gase wegblasen kann. Das Magnetfeld lenkt den
Sonnenwind um die Erde herum.
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In der nun entstanden
Atmosphäre befinden sich Kohlendioxid, Stickstoff und
Edelgase. Das im Gestein kristallin gebundene Wasser wird
'ausgeschwitzt', doch ist die Erde zu heiß, als dass es in
Form flüssigen Wassers existieren könnte. Die Ozeane
hängen mit mehr als 1,4 Mrd. Kubikmetern Wasser, als
Wassergas am Himmel. Es vergehen Millionen weiterer Jahren, bis
sich auf der flüssigen Oberfläche der Erde, erste
Krusten aus leichtem Silikatgestein bilden und die Hitze hier
soweit abgekühlt ist, dass der Wasserdampf kondensiert und
als Regen zur Erde herunterfällt. Wasser regnet und
verdunstet wieder, aber langsam entstehen die Ozeane. Noch immer
schlagen große Brocken ein und verspritzen ganze
Meeresfüllungen zurück in den Weltraum. Aber in den
Ozeanen beginnt das Leben.
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Das Magnetfeld schützt
die Erde zwar vor dem Sonnenwind, doch die ultraviolette
Strahlung der Sonne erreicht die Erde noch immer und spaltet das
Wasser in den hohen Schichten zu Wasserstoff und Sauerstoff. Die
Erde besitzt nicht genug Anziehungskraft um den leichten
Wasserstoff an der Flucht ins Weltall zu hindern und der
Sauerstoff verbindet sich mit allen möglichen festen
Elementen der Erdkruste und oxydiert mit diesen. Die Erde
verliert ihr Wasser. Dieses zweite Leck, aus dem weitere
Ozeanfüllungen in das Weltall zurückströmen wird
erst geschlossen, nachdem Meeresorganismen beginnen über
die Photosynthese Sauerstoff zu produzieren. Zunächst
oxydiert auch dieser Sauerstoff mit den festen Stoffen der
Erdkruste, dann aber ist er in solchen Mengen vorhanden, so dass
er als Gas in der Atmosphäre verbleibt und bis in die
höchsten Schichten vordringt.
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Nun schließt
sich das letze Leck für den Wasserdampf. Das freie
Sauerstoffgas wird von den ultravioletten Strahlen der Sonne zu
Ozon (O2) verbunden. Dieses Gas sammelt sich als
dicke Schicht in der hohen Atmosphäre und bildet, einem
Wunder gleich, eine Schutzschicht für das Eindringen der
ultravioletten Strahlung der Sonne. Der Wasserdampf kann nicht
mehr entfliehen. Es entsteht die uns heute bekannte Atmosphäre.
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Regelmechanismen
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- Mindestens ebenso wundersam ist die nun eintretende Wirkung
des Wassers. Die Wärme der Erde wird durch die Strömungen
der Ozeane relativ gleichmäßig über die gesamte
Kugeloberfläche verteilt. Zudem bildet das Wasser einen
wirksamen Schutzschild für Überhitzung. Sein
Mechanismus ist ganz einfach. Wird es der Erde zu warm,
verdampft Wasser aus den Ozeanen und bildet Wolken. Die Wolken
verhindern, dass weitere Wärme der Sonne die Erde aufheizt.
Dadurch wird es kälter und es beginnt zu regnen, womit die
Wolken verschwinden.
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Ein weiterer Effekt dieses Regelkreislaufes ist, dass der
niederfallende Regen das Treibhausgas Kohlendioxid CO2
aus den Luftschichten herauswäscht und es im Meer sammelt.
Hier entsteht Kohlensäure, die ihrerseits Kalzium aus dem
Gestein herauslöst. Alle möglichen Schalentiere bauen
diese Substanz in ihre Gehäuse ein und nach deren Tod
rieselt das Kohlenmonoxid im Kalk gebunden zu Boden. Die Gefahr
der Überhitzung der Erde durch den Treibhauseffekt ist
gebannt. Durch die Verschiebung der Erdplatten gelangt der Kalk
in Form von Bergen wieder an die Oberfläche oder er wird in
die Tiefe des Erdinneren gedrückt, von wo aus, dass aus dem
Kalkstein herausgeschmolzene Kohlendioxid, über Vulkane
wieder in der Atmosphäre erscheint. Der hierin enthaltene
zweite Regelkreislauf ist ebenso einfach wie der obige.
Wird es der Erde zu kalt, gefrieren die Wassermassen, es regnet
weniger. Das aus den Vulkanen ausgestoßene Kohlendioxid
reichert sich in der Atmosphäre an und hält hier die
Sonnenwärme fest. Es wird wieder wärmer, so dass das
Eis schmilzt, das Wasser verdunstet, der Regen einsetzt und das
Kohlendioxid wieder aus der Luft ausgewaschen wird.
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