© NASA, NEAR Shoemaker, 27.06.1997
 
 

 

Mathilde

Asteroid, Nr.: 235

 

 

Globus

im Mars-Jupitergürtel

 

 

 

 

 


 
 
 
 
Galileo hatte die Kleinplaneten Gaspra und Ida nur im schnellen Vorbeiflug wahrnehmen können. So startete die NASA am 17.02.1996 die Raumsonde NEAR Shoemaker mit dem ausschliesslichen Ziel, auf dem Planetoiden Eros zu landen. NEAR bedeutet Near Earth Asteroid Rendezvous, was auf eine Eigentümlichkeit von Eros hinweist. Dieser besitzt eine Bahn, die ihn mit nur 0,3 AE Abstand an der Erde vorbeiführen kann. Bevor NEAR jedoch Eros erreichte, traf die Raumsonde in etwa 3 Mio. km Entfernung, weit hinter der Marsbahn, auf Mathilde, einen weiteren Asteroiden im Mars-Jupiter Raum.

Das obige Bild wurde am 27. Juni 1997 aufgenommen. Es zeigt den bisher grössten, fotografierten Asteroiden Mathilde aus einer Entfernung von etwa 1.800 km Entfernung. Der Gesteinsbrocken ist, mit 66km Länge und etwa 47km Höhe und Breite, noch relativ rund, und er zeigt wie alle Objekte ohne Atmosphäre die Wunden die ihm andere Brocken im Lauf der Jahrmillionen geschlagen haben. Aus diesem Vorbeiflug konnten die Astrophysiker einige Daten zusammentragen.

Über den Einfluss, den Mathilde auf die vorbeifliegende NEAR-Sonde nahm, wurde es möglich, ihre Dichte abzuschätzen, die mit 1,3 Gramm/cm³ sehr gering ausfiel. Nur die grossen Gasplaneten wie Jupiter kommen an diese Dichte heran. Nun ist Mathilde augenscheinlich kein Gaskörper sondern enthält viel Kohlenstoff und Gestein. Dementsprechend nehmen die Astrophysiker an, dass Mathilde ein lockerer Schutthaufen mit vielen Hohlräumen sein muss, der in 17,4 Tagen relativ langsam um sich selber rotiert.
Dass der Planetoid in die C-Klasse eingestuft wird, also der Gruppe von Planetoiden zugeordnet ist, die viel Kohlenstoff enthalten, verdankt er seiner sehr dunklen, fast schwarzen Oberfläche. Sie ist 6 mal dunkler als die von silikathaltigem Gestein. Es bleibt dabei jedoch vorläufig eines der Rätsel der Astronomie, ob das wirklich Kohlenstoff ist, der diese Farbe erzeugt. Zu Spekulationen bietet sie dennoch Anlass, denn Asteroiden des C-Typs findet man vorwiegend in den sonnenfernen Umlaufbahnen des Asteroidengürtels.
 
 
 
 

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