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2004 MN 4 -Apophis

Asteroid

 

 

Globus

NEO: Typ Aten (kreuzt die Erdbahn)

 

 

 

 

 


 
 
 
 
Der Asteroid 2004 MN4, dem die Ehre zuteil wurde einen Namen zu erhalten, besitzt einen Durchmesser zwischen 270 - 330m. Es handelt sich bei ihm also um ein relativ kleines Objekt. Mit dieser Grösse würde er kaum Aufsehen erzeugen, wenn er nicht die Erdbahn kreuzen würde und dies in einer Entfernung, die durchaus besorgniserregend ist. Apophis , so sein Name, wird in der ägyptischen Mythologie der Gott des Schreckens und des Chaos bezeichnet. Apophis ist ein NEO (Near Earth Object) und das vom Typ Aten. Diese Asteroidentyp besitzt seinen sonnenfernsten Punkt, das Aphel, ausserhalb der Erdumlaufbahn, während der Rest seiner Bahn im inneren Bereich der Erdbahn verläuft. So müssen Asteroiden dieses Typs die Erdbahn während eines Umlaufs um die Sonne zwei mal passieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Erde und ein solcher Aten-NEO dabei begegnen sind gering, doch Apophis bildet die Ausnahme.

Entdeckt wird der Asteroid am 18.Dezember 2004, nachdem er bereits im Juni des gleichen Jahres gesehen, ihm aber keine weitere Bedeutung beigemessen wird. Erhebliche Unruhe entsteht, als sich aus der Berechnungen seiner Bahndaten ergibt, dass er im Jahr 2029, mit hoher Wahrscheinlichkeit, die Erde treffen wird. Erst nachdem er auch auf Bildern aus dem März des Jahres gefunden wird, kann eine gewisse Entwarnung gegeben werden. Optische Beobachtungen im Jahr 2012 bestärken diesen Befund. Man geht nun mit guter Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Apophis am Freitag den 13. April 2029 die Erde um einem Abstand von 30.000 km Entfernung verfehlt. Wie es dann in den Jahren 2036, 2037, beim nächsten nahen Zusammentreffen der beiden Körper weitergeht ist jedoch noch unbekannt.

Bei der dichten Annäherung von Erde und Apophis im Jahr 2029 wird der Asteroid durch die Gravitation der Erde, in seinem Bahnverlauf extrem beeinflusst werden. Den Astronomen ist es nicht möglich vorherzusagen, wie diese Beeinflussung ausfallen wird. Denkbar wäre es, dass der Asteroid in mehrere Stücke zerfällt und/oder abgebremst wird und/oder eine Ablenkung erfährt, die ihn auf eine neue Bahn befördert. Ob die Erde dabei wiederum in Gefahr gerät von ihm oder eventuellen Trümmerteilen von ihm getroffen zu werden, kann erst durch die Daten ermittelt werden, die im Jahr 2029 gewonnen werden.

Risikobewertung im Fall eines Einschlags
Nach den bisher gewonnenen Daten schätzen Wissenschaftler der NASA, dass bei einem Zusammenstoss von Apophis mit der Erde, die Energie von 510-1480 Megatonnen TNT freigesetzt würde. Als Vergleiche werden die über Hiroshima abgeworfene Atombombe mit 0,015 Megatonnen, die russische Zar-Bombe von 1961, mit 57 Megatonnen, ein Erdbeben mit der Stärke 8, bei dem eine Energie von 1000 Megatonnen auftritt und das Tunguska-Ereignis angeführt. Bei letzterem wurde 1908 in der sibirischen Tundra durch ein unbekanntes Ereignis, eine Energie von 10 bis 20 Megatonnen freigesetzt. Die Sprengkraft von Apophis, so glaubt man, würde auf dem Festland einen Krater von ca. 4km schlagen, und im Umkreis von etwa 250km alles vollständig zerstören. Bei einem Einschlag im offenen Meer wäre am Einschlagsort eine Welle von 100m Höhe zu erwarten, die sich zu den Küsten hin auf 30m abflachen würde. Langfristige globale Auswirkungen seien nicht zu erwarten. Hierzu wäre ein Asteroid von 1,5km Durchmesser und mehr notwendig.

Apophis Daten
Apophis bewegt sich in einem Abstand von 0,746 AE (min. Sonnenabstand - Perihel) bis 1,098 AE (max.Sonnenabstand - Aphel) in 323 Tagen und 12 Stunden um die Sonne. Dabei erreicht er eine mittlere Bahngeschwindigkeit von 31 km/s. Seine Bahn ist mit 3,331° nur gering gegen die Ekliptik geneigt. Er rotiert einmal in 30,62 Stunden um seine Achse. Apophis besitzt eine absolute Helligkeit von 19,7M. Beim Durchfliegen der äussersten Schichten der Erdatmosphäre im Jahr 2029 soll er sechs mal heller aufleuchten als der Erdmond.
Nach genauen Radarmessungen im Januar des Jahres 2013 soll das Risiko eines Zusammenstoßes der Erde mit Apophis für das gesamte 21. Jahrhundert ausgeschlossen werden können.
 
 
 
Aktuelle Informationen gibt es auf der NASA-Seite: http://neo.jpl.nasa.gov/risk/a99942.html
 
 
 
 

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